— von Nina Mindt

Lehrstuhlvertretung Klassische Philologie Universität Potsdam

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist mir eine große Freude, ab dem 1. April 2021 den Lehrstuhl für Klassische Philologie an der Universität Potsdam zu vertreten. Von den Vorgängerinnen Ursula Gärtner, Nicola Hömke und Ute Tischer wurden stets aktiv und einfallsreich vielfältige Formen des Austauschs zwischen Universität und Schulen gepflegt. Mir liegt es sehr am Herzen, diese Tradition zusammen mit den Potsdamer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fortzuführen, mit bewährten Formen (wie dem Potsdamer Lateintag), aber auch mit neuen Formen. In der ersten Zeit wird es schwierig sein, direkte Begegnungen zu ermöglichen. Doch wollen wir versuchen, den Corona-bedingten Umständen Positives abzugewinnen: Digitale Formate ermöglichen uns immerhin eine einfachere Überwindung räumlicher Distanzen, so dass ein Zusammenkommen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Lehrenden aus ganz Berlin und Brandenburg wenigstens in dieser Hinsicht einfacher wird.

Nina Mindt bearbEin paar Worte zu meiner Person: Ich habe an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an der Università degli Studi di Siena/Arezzo Latein und Deutsch auf Lehramt studiert. An der HU Berlin wurde ich 2005 innerhalb des Sonderforschungsbereiches 644 „Transformationen der Antike“ im Teilprojekt „Übersetzung der Antike“ mit einer Arbeit über „Manfred Fuhrmann als Vermittler der Antike. Ein Beitrag zu Theorie und Praxis des Übersetzens“ promoviert. 

Mit einer Untersuchung zu Martials ‚epigrammatischem‘ Kanon habe ich 2012 an der HU Berlin habilitiert. Von 2015 bis 2019 hatte ich eine Professur-Vertretung an der Bergischen Universität Wuppertag inne, aus deren Zeit ich zusammen mit Stefan Freund zwei Sammelbände herausgegeben habe: „Übersetzen aus dem Lateinischen als Forschungsfeld“ (online abrufbar unter: https://elibrary.narr.digital/book/ 99.125005/9783823392873) sowie „Antike Konzepte für ein modernes Europa“.

Der mich prägende transformationstheoretische Ansatz, welcher an den rezeptionstheoretischen anknüpft und diesen erweitert, macht den Blick frei für eine dynamische Antike: „Die Antike“ als feststehende Entität hat es nie gegeben, sondern sie wurde stets immer wieder neu konstruiert. Sie ist keine absolute Normgröße an sich, sondern das, was Antike war, ist und sein kann, soll und muss immer wieder neu gefragt werden. 

Stets der Auffassung Manfred Fuhrmanns verpflichtet, bin ich zudem der Meinung, dass es zu unseren Aufgaben gehört, uns des Lateins auch in allen nachantiken Zeiten und Formen anzunehmen. Antike und nachantike lateinische Literatur gilt es – unter anderem durch Übersetzungen – aufzuschließen und uns selbst und einer breiteren interessierten Öffentlichkeit erfahrbar zu machen. Eine interdisziplinäre Arbeitsweise ist dafür unabdingbar.

Ich würde mich sehr freuen, zusammen mit Ihnen die Antike in unserer Realität sichtbar zu machen, eine dynamische und spannende Antike, schön und schrecklich, nah und fern: eine Antike in all ihren Facetten.

Über die Homepage der Universität Potsdam https://www.uni-potsdam.de/de/klassphil/ können Sie von aktuellen Veranstaltungen erfahren, die wir in Potsdam organisieren.

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